Montag, 7. April 2014

Kapitel 1

Das Gleichgewicht von Gut und Böse 


Alles Leben hat einen Anfang und ein Ende. Das ist das Einzige worauf man sich verlassen kann. Ist es nicht gut, dass es wenigstens einen sicheren Punkt gibt, an den man sich klammern kann: Die Gewissheit, das alles irgendwann vorbei ist? Ist das Hoffnung oder Verzweiflung? Anfang und Ende – Zwei Gegensätze die scheinbar so weit auseinander liegen und doch so eng mit einander verbunden sind. Ohne Anfang gäbe es keine Ende. Ohne Ende gäbe es keinen Anfang.

Wie mit dem Anfang und dem Ende verhält es sich mit Gut und Böse. Gäbe es nichts Böses, dann gäbe es auch nichts Gutes. Nur im Verhältnis zum Bösen erscheint das Gute gut. Wenn es also das Böse nur gibt, damit es Gutes gibt – Wäre das Böse dann nicht auch das Gute?

Gut und Böse sind reine Empfindungen. Es existiert nichts Gutes und nichts Böses. Alles was wir tun sind Maßstäbe anzulegen, die wir selbst erfunden haben. Alles was wir fühlen, was wir nicht vermögen durch Worte, Zahlen, Bilder oder Klänge auszudrücken, besitzt zwei Seiten. Glück kennen wir nur, weil wir im Spiegel des Glückes Unglück sehen. Wohlstand entsteht nur durch Armut.

Alles hat zwei Seiten. Der Unterschied besteht nur darin was du siehst und was du zeigst, wen du siehst und wem du es zeigst. Zur Hälfte Gut, zur Hälfte Böse. Das ist es, was das Gleichgewicht aufrecht erhält.

Wie wäre eine Welt, in der es weder Liebe, noch Hass, weder Gut, noch Böse, weder Anfang, noch Ende gäbe? Wäre sie Paradies oder Hölle? Oder würde sie einfach aufhören zu existieren?

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